Aber nachts, mein Gott, ist es was ganz anderes.

«Alles, was du willst.»
«Gute Nacht, Liebling.»
«Werd nicht sentimental.»
«Du machst mich krank.»
Wir gaben uns einen Gutenachtkuß, und Brett zitterte. «Ich
werd lieber gehen, gute Nacht, Liebling.»
«Du mußt doch nicht gehen.»
«Doch.»
Wir küßten uns noch einmal auf der Treppe, und als ich nach
dem cordon rief, brummelte die Concierge etwas hinter ihrer
Tür. Ich ging wieder hinauf und beobachtete Brett von meinem
offenen Fenster aus, wie sie die Straße rauf ging zu der großen
Limousine, die unterm Bogenlicht an der Ecke hielt. Sie stieg
ein, und das Auto fuhr los. Ich drehte mich um. Auf dem Tisch
stand ein leeres und ein halbvolles Glas mit Cognac. Ich nahm
beide raus in die Küche und goß das halbvolle Glas in den
Ausguß. Ich drehte im Eßzimmer das Gas aus, setzte mich auf
mein Bett, schleuderte meine Morgenschuhe von den Füßen
und ging ins Bett. Dies war also Brett, um die mir zum Heulen
zumute gewesen war. Dann dachte ich an sie, wie sie die
Straße hinuntergegangen und in den Wagen gestiegen war, so
wie ich sie zuletzt gesehen hatte, und natürlich war mir in
kurzer Zeit wieder jammervoll zumute. Es ist furchtbar leicht,
am Tag über alles erhaben zu sein, aber nachts, mein Gott, ist
es was ganz anderes.

thx to E. Hemingway

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